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Wenn der Hund nicht will …

 …    dann will er nicht und ich kann euch sagen, er ist sehr erfinderisch darin, mir das zu zeigen. Sam hat mal wieder seine Pfote aufgekaut und jeden Verband schneller wieder ab, als ich ihn anlegen kann. Also geht man als gutes Frauchen zum Tierarzt. Der begutachtet die Situation und legt einen Verband an.­čĄú Tabletten gibt es auch, die Sam zweimal t├Ąglich nehmen muss. Will er nicht. Er bei├čt schon seine Z├Ąhne zusammen, wenn er mich kommen sieht. Also versuche ich, ihm die Dinger schmackhaft zu machen, und wickele sie in Leberwurst. Die mag er, leckt sie auch sorgf├Ąltig von der Tablette ab. Ich nehme das angelutschte Teil und schmiere Butter drauf, die mag er auch. Die Tablette nicht. Nun habe ich geh├Ârt, dass man da nicht lange z├Âgern soll, also packe ich Sams Schnauze, mache sie auf und werfe die Tablette in den Rachen. Sam schluckt, was auch immer, die Tablette ist es nicht. Die liegt nach wie vor unversehrt da. Ich wiederhole den Vorgang, diesmal schiebe ich die Tablette mit zwei
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Ich kann Kanzler

 ­čą┤   Wisst ihr was? Ab morgen werde ich Schauspielerin­čĹŹ wahlweise Politikerin. Ja, warum denn nicht? Kann doch so schwer nicht sein, schlie├člich k├Ânnen gef├╝hlte 90 % dieser  Berufe auch B├╝cher schreiben. Einfach so, m├╝ssen sie nicht lernen, sch├╝tteln sie mal eben kurz aus dem ├ärmel. Story? Egal, Hauptsache der Name auf dem Cover verspricht Umsatz. Ich habe geheiratet - das wird ein Buch Ich wurde geschieden - sollte die Welt erfahren  Ich habe ein Kind bekommen - wie aufregend Ich habe kein Kind bekommen  - sollen alle erfahren Ich habe ├ängste - schreibe ich schnell ein Buch Ich hatte Corona, Influenza, Verdauungsst├Ârungen, Migr├Ąne oder  H├╝hneraugen - das wird ein Bestseller  Kein Thema ist banal genug, als dass man kein Buch dar├╝ber schreiben k├Ânnte. Nat├╝rlich tingeln sie danach  durch 101 Talkshow und machen Werbung f├╝r ihr ach so spannendes Werk.  Jetzt frage ich mich nat├╝rlich, wen interessiert das? Wer kauft so etwas und warum? Und die letzte und wichtigste Frage.: Wer schreibt

Arch├Ąologischer Fund hinter dem Bett

 Ja, nicht nur in ├ägypten oder den Rhein entlang, kann man Artefakte aus vergangenen Zeiten aufsp├╝ren. Alles begann mit einem verlorenengegangenen F├╝hrerschein. Mein Mann behauptete, der m├╝sse verl├Ąngert werden, und ich begann meine Suche. Den F├╝hrerschein fand ich nicht, im Gegenteil ich fand den Verlust meiner Gesundheitskarte­čą┤ umgehend rief ich dort an, wo ich sie das letzte Mal gebraucht hatte. Nein, man hatte sie nicht gefunden. Weiteres Nachdenken ergab, dass mich das auch gewundert h├Ątte, denn mir fiel ein, dass ich sie danach noch zu einem Anruf bei der Krankenkasse in der Hand gehabt hatte. Nicht nur in der Hand, auch im Bett! Ja, ich hatte zum Telefonieren auf dem Bett gelegen. Katzenbesitzer werden das kennen. Das macht man, damit der Tiger sich einem umgehend auf den Bauch legen kann. Ein ungeschriebenes Gesetz wei├č, dass Katzen nur auf B├Ąuchen gut schlafen k├Ânnen. Wo war ich? Ach ja, die Versichertenkarte. Messerscharf kombinierte ich, dass sie vermutlich hinter das Bett

Novemberblues

  Es soll Leute geben, die den November lieben. Kuscheltime mit warmen Socken, Gl├╝hwein und einem guten Buch auf der Couch. Gem├╝tlichkeit pur. Ich mag ihn nicht, diesen November und offenbar viele meiner Kollegen und Kolleginnen auch nicht. Jedenfalls habe ich heute Morgen in Social Media schon drei oder vier Kommentare gelesen, in denen es um den Novemberblues ging. Lustlosigkeit, M├╝digkeit, Antriebslosigkeit, alles drei Dinge, die auch Autoren nicht gut tun. Wie soll man lustige, aktive, verliebte, also rundum positive Protagonisten aufs Papier bringen, wenn man sich selbst am liebsten im Bett verkriechen w├╝rde? Nun k├Ânnten Nicht -Autoren nat├╝rlich anf├╝gen, dass man ja nicht unbedingt schreiben m├╝sse und das Werk einfach bis zum n├Ąchsten Fr├╝hjahr liegen lassen k├Ânne. Ha-ha. Sch├Ân w├Ąr’s, wenn das so einfach w├Ąre. Ist es aber nicht, die meisten von uns sind Getriebene, unruhige Geister, deren im Kopf entstehende Bilder zu Papier gebracht werden wollen, werden m├╝ssen. Und der Buchmarkt
 ├ťber dieses Zitat bin ich heute gestolpert, habe kurz innegehalten, ├╝berlegt und dann genickt. Ich finde, es stimmt. Geht’s euch nicht auch so, man m├Âchte vieles genauso wie gestern, letztes Jahr, vor zehn und mehr Jahren, und hat Angst loszulassen, etwas Neues zu versuchen. Das ist vertraut, f├╝hlt sich gut an, bequem wie alte Schluffen, aber, es ist auch langweilig, immer nur die alten eingetretenen Pfade zu gehen. Gut, dass es Menschen gibt, die Neues wagen, denn sonst g├Ąbe es schlie├člich keinerlei Fortschritt. Fortschritt hei├čt  ja nicht, Altbew├Ąhrtes nicht zu sch├Ątzen.Traditionen sind wichtig und richtig, sie verbinden und sie geben Sicherheit.  Wie komme ich eigentlich darauf? Ach ja, ich habe „Herbstgezwitscher“ fertig geschrieben und auch da kam das Thema „Traditionen“ auf. F├╝r Oma Inge etwas ganz wichtiges, f├╝r Enkelin Lara ein Grund zum W├╝rgen. Und das zu Weihnachten, denn genau in dieser brisanten Zeit spielt der vierte Band meiner Herbstreihe.  Wenn man Statistiken glauben

Die Wahl zwischen Pest und Pocken

  Die gute Nachricht zuerst: es ist nicht Corona! Aber, es gibt sie, diese Zeiten, in denen jeden Tag ein anderer K├Ârperteil zum Arzt will­čśźLetzte Woche wollte meine Blase zum Urologen und machte ordentlich Druck. Also, Akuttermin gemacht und hingegangen. Sagen wir mal so, wird nicht mein Hobby, jedenfalls nicht freiwillig. Es wurden Kulturen angelegt, was der Blase wohl zu lange dauerte, auf alle F├Ąlle h├Ârt sie auf zu dr├Ąngeln. Ich wollte schon aufatmen, da fiel es meinem linken oberen Eckzahn ein, dass er schon viele Jahre keine Probleme mehr gemacht h├Ątte. Er holte  das ├╝ber Nacht nach.­čśź­čśźSchmerztermin beim Zahnarzt meines Vertrauens. Trotz heftiger Schmerzen musste ich an Ottos: „Gro├čhirn an Kleinhirn“ denken, als sich meine Blase heute Morgen in aller Deutlichkeit, mit ekelhaften Schmerzen, zur├╝ckmeldete. Schluss mit lustig, jetzt nehme ich die angeordneten Antibiotika, sage dem Eckzahn, dass er sich gedulden muss und den Zahnarzttermin ab. Liege nun mit W├Ąrmflasche im Bett, trin

Der arme Poet

 1839 vom deutschen Maler Carl Spitzweg gemalt und eines der bedeutendsten Werke seiner Zeit. Zugegeben, ganz so schlimm ist es um uns Autoren*innen wohl eher nicht bestellt, aber f├╝r unseren Stundenlohn w├╝rde sich wohl noch in keinem anderen Beruf jemand aus seinem Sessel erheben. Der ist n├Ąmlich unterirdisch, gar nicht errechenbar, eher ein Monatslohn und auch da noch weit vom Mindestlohn entfernt. Dazu kommt, dass wir einen einsamen Beruf aus├╝ben, allein, im mehr oder weniger stillen K├Ąmmerlein. Nicht einmal Applaus erhalten wir f├╝r unsere Kunst­čśą Doch, wir sind K├╝nstler oder unterhalten wir euch etwa nicht? Wir entf├╝hren euch in fremde L├Ąnder, fremde Kulturen, lassen euch mit unseren Protagonisten lachen und weinen, zittern und bangen. Wir schenken euch eine Auszeit, aus eurem Alltag. Um das auch weiterhin tun zu k├Ânnen, k├Ânnten wir eure Hilfe gebrauchen: Sprecht ├╝ber unsere B├╝cher, kauft unsere B├╝cher - m├Âglichst sofort nach Erscheinen, denn nur so erhalten wir Sichtbarkeit, schre