Freitag, 29. Juli 2022

Negativ … aber so was von­čśí


 Ja, stimmt, heute Morgen war er weg, dieser zweite Strich, der mich so oft ge├Ąrgert hat. Sauber und rein die Fl├Ąche, keine Spur vom Virus mehr­čĹŹSo f├╝hlt sich Gl├╝ck an, zumindest f├╝r ein paar wenige Augenblicke, dann unterbrach ein Telefonat diesen Zustand abrupt. „Herbstfr├╝chtchen“ - mein j├╝ngstes Baby, gerade erst erschienen, nagelneu, sozusagen noch durch die Nabelschnur mit mir verbunden, hat schon hater gefunden­čśąLiebenswerte Zeitgenossen, die es zwar weder gekauft noch gelesen haben, aber daf├╝r schnell mal mit einem oder zwei Sternen abgewertet. Amazon macht’s m├Âglich. Man kauft das EBook, vergibt seinen sch├Ąbigen einen Stern, gibt das Buch dann schnell wieder zur├╝ck und reibt sich grinsend die H├Ąnde. Der haben wir es gezeigt. Ja, stimmt! F├╝r ein paar wenige Augenblicke hat das geklappt, es hat mich getroffen, weil B├╝cher f├╝r uns Autoren wirklich so etwas wie Kinder sind und an denen lassen wir nicht gern rummeckern. Jedenfalls nicht so sch├Ąbig, so hintenrum. Wenn’s Kritikpunkte gibt: Bitte sehr, immer raus damit, aber bitte offen und ehrlich. Mit Namen und nicht feige anonym­čśí

Diejenigen, die es gelesen haben oder noch lesen werden, bitte ich sehr herzlich; Rezensiert! Ihr m├╝sst keine Romane schreiben, ein, zwei S├Ątze reichen schon. Keine Gef├Ąlligkeit, eure ehrliche Meinung. Das ist unser Applaus daf├╝r, dass wir euch unterhalten❤️



Donnerstag, 28. Juli 2022

Geteiltes Leid …

 


… ist immer noch Leid genug. Dieses Mistvirus will einfach nicht weichen und zwingt mich nach wie vor ins Bett. Katze Maya weicht dabei nicht von meiner Seite und auch bei meinen dringend notwendigen Wanderungen ├╝ber die Terrasse ist sie an meiner Seite. Ich wei├č nicht warum, vielleicht will sie verhindern, dass ich heimlich wieder verschwinde, so, wie vor drei Wochen …

Heute vor drei Wochen wurde ich gerade auf die OP zum Einbringen meiner neuen H├╝fte vorbereitet. Ich hatte echt eine Scheissangst, und  der Gedanke, an das S├Ągen und H├Ąmmern in meinem Inneren bereitete mir G├Ąnsehaut. Jetzt, im Nachhinein war nat├╝rlich alles gar nicht so schlimm. Die anf├Ąnglichen Schmerzen sind vergessen, wie m├╝hsam es war, diesen Betonklotz, der mein Bein war, aus dem Bett zu hieven … auch vergessen. Ich laufe schon wieder ganz munter und w├Ąre dieses bl├Âde Virus nicht, w├Ąre ich sicherlich noch viel weiter. Was soll’s ? Klagen und Jammern hat noch nie etwas ge├Ąndert, also mache ich das beste draus: Schone mich, wandere weiter ├╝ber meine Terrasse und bin sicher, irgendwann werde ich all das hier in einem Buch unterbringen­čĄúMeine Art, Dinge zu verarbeiten­čĹŹ




Dienstag, 26. Juli 2022

Du bist immer so negativ …

 …du musst positiv denken, dann wird das schon­čĹŹkennt ihr solche Aussagen? Klar, wer nicht, aber heutzutage soll man ja besser negativ sein, positiv ist out


­čą┤Ich habe das wohl zu sp├Ąt erkannt, denn ich bin weiterhin  positiv, egal wie gern ich negativ w├Ąre.  Jeden Morgen starre ich hoffnungsvoll auf das kleine, wei├če K├Ąstchen, denke mit aller Kraft negativ, aber der bl├Âde zweite rote Strich taucht immer noch auf. Positiv­čĹŹDabei h├Ątte ich so viel zu tun…interessiert Corona alles nicht, es verbannt mich in die Einsamkeit meines Zimmers.

Nicht mal plotten kann ich, an schreiben gar nicht zu denken.“Herbstfr├╝chtchen“ m├╝sste promotet werden, mir fehlt die Energie. Am Samstag endet die Bewerbungsfrist f├╝r meine Leserunde auf Lovelybooks, habe ich auch viel zu wenig bekanntgemacht … gar nicht gut das alles. Kein bisschen positiv, auch wenn ich es rot auf wei├č habe, wie positiv ich bin­čĄú





Montag, 25. Juli 2022

Corona ist ein A….loch


 Man kann es einfach nicht h├Âflicher ausdr├╝cken, dieses Virus ist einfach nur zum ­čĄ«Es macht einem einen Strich durch alle Pl├Ąne und lacht sich dar├╝ber kaputt. Ein lange, sehr lange geplantes Treffen mit Freunden habe ich gerade absagen m├╝ssen, ich bin zu schlapp, es wird nicht gehen­čĄÉIch huste mich durch meine N├Ąchte, schlafe kaum, mag weder Essen noch Trinken und f├╝hle mich total matschig. Sicherlich tr├Ągt dazu auch die gerade erst ├╝berstandene H├╝ftoperation bei, aber da war ich ja schon auf dem Weg der Besserung.

Jetzt h├Ątte ich eigentlich toll viel Zeit das n├Ąchste Buch anzufangen, schlie├člich ist „Herbstfr├╝chtchen“ schon eine Woche alt­čĄúaber, wie gesagt, Corona ist ein A…Loch, es l├Ąsst mich nicht. Kann mich nicht konzentrieren, nicht denken und nicht schreiben. Selbst dieser Blog hier strengt mich extrem an. Nun gut, alles nicht zu ├Ąndern, kommen auch wieder andere Zeiten. Und irgendwann starte ich den neuen Band, bis dahin lest doch erstmal die ersten drei B├Ąnde­čĹŹ


Freitag, 22. Juli 2022

Pest und Pocken oder


 L├Ąuse und Fl├Âhe­čą┤Murphys Gesetz, wenn etwas schiefl├Ąuft, dann auch richtig. Als w├╝rde eine neue H├╝fte nicht reichen, sich so richtig Schei?e zu f├╝hlen, nein, ich muss mir obendrein auch noch Covid 19 einfangen.  Meine  Hoffnung, dass es vielleicht nur eine schlichte Erk├Ąltung ist, hat sich leider nicht erf├╝llt, auch der PCR Test war deutlich­čśąAlso, irgendwie Koffer packen, was mit zwei Kr├╝cken eine echte Herausforderung darstellt. Helfen tat mir keiner. Immerhin bringt jemand mein Gep├Ąck in die Halle runter. Dann stehe ich vor der T├╝r, f├╝hle mich irgendwie auss├Ątzig und ziemlich alleingelassen. Mein Mann schafft es auch nicht, mir diesen Eindruck zu nehmen, er geht erstmal einkaufen und l├Ąsst mich ziemlich lange warten. Au├čerdem kann er nicht verbergen, dass er sich vor mir und meiner Krankheit f├╝rchtet. Weiche von mir, Satan! ✝️ 

Das Einsteigen ins Auto bew├Ąltige ich irgendwie und auch die Treppe ins Haus klappt. Ich freue mich auf die Freude meines Hundes. Er wird au├čer sich sein vor Begeisterung­čśŹ­čśŹ - Pustekuchen, er guckt mich mit dem Ar… nicht an, l├Ąsst mich einfach stehen und geht. Na, danke vielmals. Da lob ich mir doch Katze Maya, die kommt laut maunzend angerannt und freut sich derart; dass sie zu sabbern anf├Ąngt. Na ja, in Laufe der n├Ąchsten Stunden kommt auch Sam und ist doch ganz froh, dass ich wieder da bin. 

Die Nacht ist der Horror, Corona zeigt, was es so drauf hat und beschert mir Halsschmerzen aus der H├Âlle. Mein Rachen brennt wie Feuer; schlucken tut m├Ârderisch weh und der Husten h├Ąlt mich ebenfalls wach. Dazu schmerzt auch meine neue H├╝fte pl├Âtzlich wieder. Dabei hatte ich die fast schon vergessen. Damit nicht genug, rebelliert ab 3 Uhr mein Darm und bis um halb f├╝nf schleppe ich mich alle 10 Minuten auf die Toilette. Ein Wettlauf gegen die Zeit­čą╣­čą╣ gegen 5 Uhr d├Âse ich ein, um 10 nach 5 weckt mich Katze Maya mit lautem Maunzen und springt mir, pitschnass wie sie ist, auf den Bauch­čą┤Sie muss mir jetzt eine halbe Stunde lang zeigen, wie sehr sie mich doch vermisst hat. Als sie geht, ist sie trocken; ich bin nass­čą╣ Ich bleibe wach, freue mich auf den ersten vern├╝nftigen Kaffee seit zwei Wochen und hoffe; dass ich bis dahin meinen Geschmackssinn nicht verliere. Aus lauter Langeweile mache ich einen Schnelltest­čą┤­čĄú






Donnerstag, 21. Juli 2022

Wenn aus der Anschlussheilbehandlung…


 … eine Anschlussheulbehandlung wird, dann, ja dann hat man sich mit Covid 19 infiziert­čśí

Vor drei Tagen verlie├č uns eine Dame unseres Vierertisches, es ging ihr nicht gut. Sie hat das gemeldet, keiner sah eine Veranlassung, sie zu isolieren, nicht einmal als ihr Test positiv war, wurden wir informiert. Mein Test war negativ, aber mich qu├Ąlte seit Mittwoch ein trockener Reizhusten. Erneut zum Test: Brauchen Sie nicht, die Inkubationszeit betr├Ągt 5 - 7 Tage­čą┤

Mittlerweile war mein Husten lauter und bellender geworden, in den Gruppen warf man mir merkw├╝rdige Blicke zu. Also erneut zum medizinischen Dienst, auf Test bestanden und was soll ich sagen, der war schon zwei Minuten sp├Ąter ziemlich positiv. Also ab ins Zimmer und isoliert. PCR Test genommen, das Ergebnis kommt morgen. Noch hoffe ich auf ein falsch - positives Ergebis, glaube aber selber nicht so redet dran­čśą Engen Kontakt zu einer Infizierten, schnelle Symptome und ein positiver Schnelltest sprechen dagegen.

Es wird wohl darauf rauslaufen, dass ich morgen diese gef├Ąhrliche St├Ątte verlasse und mich in h├Ąusliche Isolation begebe­čśúWas dann mit meiner H├╝fte und der ReHa wird, wei├č ich auch nicht, denn das Problem ist ja auch noch da.







Dienstag, 19. Juli 2022

Genug kann nie gen├╝gen


 Wusstet ihr, dass man in unserem Nachbarland ├ľsterreich nach einer Operation erst einmal sechs Wochen in aller Ruhe gesund werden darf, bevor man in eine Reha Ma├čnahme geht? Nur bei uns, und in manchen Krankenh├Ąusern wird man bereits sp├Ątestens am f├╝nften Tag nach dieser OP entlassen, schlie├čt sich die AHB unmittelbar an.Irgendwie m├╝sste doch jedem einleuchten, dass dann die Verh├Ąltnisse nicht die gleichen sind, wie nach sechs Wochen Zeit zum ausheilen. Nun gut, wir wollen nicht ungerecht sein, in den allermeisten L├Ąndern gibt es ├╝berhaupt keine Reha Ma├čnahme. Also sind wir trotzdem noch recht gut dran. 

Wichtig finde ich zu betonen, dass die Heilung im Inneren, egal, wie gut wir uns auch f├╝hlen, wie gut der einzelne auch laufen mag, bei weitem noch nicht abgeschlossen ist. Das dauert noch Wochen und Monate. Bis dahin sollte man sich als das betrachten was man ist, ein Rekonvaleszent Und kein Hochleistungssportler. Es ist egal, wie fit man vor der Operation auch gewesen sein mag, es schadet nicht, es ein bisschen langsam anzugehen. Allein die meist endlosen Wege in den Reha Kliniken, k├Ânnen zu ├ťberforderung der Muskulatur f├╝hren. Dann kommt dazu das Ergometertraining die Beinpresse , die TEP Gymnastik und vieles mehr. Das ist eine ganze Menge Holz, so kurze Zeit nach einer wirklich schweren Operation. G├Ânnt euren K├Ârperpausen, macht halb lang, habt Geduld, auch wenn das oft verdammt schwer f├Ąllt Zumal j├╝ngere, sportliche Menschen haben damit sicherlich zu k├Ąmpfen. Aber auch sie sind nicht gefeit vor einer Lockerung des neuen H├╝ftgelenkkopfes oder sonstigen Problemen mit der Prothese. Eine erneute Operation mit anschlie├čender langwieriger Rekonvaleszenz strebt doch wirklich niemand an. Naja, ich zumindest nicht. Darum sage ich wenn ich genug habe und lege mich zwischendurch immer wieder zum ausruhen hin. Ernstzunehmende Menschen behaupten, es dauert rund ein Jahr lang, bis man das neue Gelenk wie ein eigenes empfindet, spricht, es einfach vergisst. Nat├╝rlich ist man in aller Regel lange vorher wieder gut unterwegs und denkt nicht mehr st├╝ndlich ├╝ber seine H├╝fte nach. Aber zumindest in den ersten sechs Wochen sollte man das tun. Sollte man seine beiden Kr├╝cken benutzen, es vermeiden, ohne sie allzu viele Wege zur├╝ckzu legen. Und es ist auch ├╝berhaupt keine Schande, wenn man ├╝ber diese sechs Wochen hinaus die Kr├╝cken drau├čen noch ben├Âtigt. Allemal besser als zu fallen. Ich w├╝nsche euch eine komplikationsfreie Genesung.


Montag, 18. Juli 2022

Fest gemauert in der Erden…


 Bin ich versucht, Schiller zu rezitieren. Aber es geht ja nicht um eine Glocke, sondern um meine rechte H├╝fte. Die aus Keramik. Bei der heutigen Eingangsuntersuchung des Krankengymnasten, sagte der verbl├╝fft: „ Lieber Himmel, da hat aber einer die H├╝fte bombenfest eingesetzt. Luxieren wird die mit Sicherheit nicht. Allerdings werde ich eine Menge Arbeit mit Ihnen haben, denn ihre Muskeln und Sehnen sind vollkommen verk├╝rzt und verh├Ąrtet. Ihr Motto f├╝r die n├Ąchsten Wochen und Monate wird lauten: dehnen, dehnen, dehnen­čĹŹ Und was das in der Realit├Ąt hei├čt, hat er mir kurz darauf sehr eindr├╝cklich gezeigt. Aua, kann ich da nur sagen. 

Etwas deprimiert bin ich dann in die gro├če Halle marschiert, wo ich mich doch tats├Ąchlich auf ein Fahrrad setzen musste. Ich hasse Fahrradfahren. Schon immer. Keine Ahnung, warum. Vielleicht, weil mir st├Ąndig der Hintern weh tun. Nat├╝rlich blieb mir das auch heute nicht erspart, denn die Therapeutin warf nur einen fl├╝chtigen Blick auf mich, stellte ein paar Parameter ein, sagte knapp: 20 Minuten und  verschwand. Langem Leiden kurzer Sinn: ich habe es geschafft und durfte dann f├╝r 1 Stunde Pause auf mein Zimmer wackeln. Wie immer im Leben, man glaubt ja gar nicht, was man alles schafft, bis man es schlie├člich versucht. Also, bleib dran, ihr schafft es auch.

Sonntag, 17. Juli 2022

Hilfe, ich bin blau­čŹż


 Sch├Ân w├Ąr’s ja, betrifft aber leider nur mein Bein. Genauer gesagt, meine Kniekehle und die halbe Wade. Ich war so erschrocken beim Blick in den Spiegel, dass ich umgehend, wie sich das geh├Ârt, Doktor Google konsultiert habe­čĄú Der war der Ansicht, dass man darauf unbedingt einen Arzt schauen lassen sollte. Einen solchen hatte ich nicht, aber immerhin eine Schwester. Also das erste Mal die Klingel bet├Ątigt. Daraufhin klingelte mein Telefon.„Ja? Aha, ich komme gleiche; stellen Sie die Klingel ab.“

Tats├Ąchlich erschien 10 Minuten sp├Ąter die Dienst habende Krankenschwester, warf einen v├Âllig desinteressierten Blick auf meine blaue Kniekehle, beschmierte selbige mit einer Salbe und befand , dass das absolut normal auss├Ąhe. Merke: Doktor Google hat nicht immer recht. M├╝de vom ungewohnt vielen Laufen, legte ich mich gegen 22.30 Uhr in mein Bett, um zu schlafen. Angesichts der Au├čentemperaturen und der wirklich sch├Ânen Luft, ├Âffnete ich meine Balkont├╝r vorher  weit. Um 22. 50 Uhr wurde ich von einer sonoren, lauten M├Ąnnerstimme aus dem ersten Schlaf gerissen, die in einer fremden Sprache vom Balkon unter mir ert├Ânte. Der Mann br├╝llte derart, man h├Ątte ihn locker auch ohne Telefon noch in Athen verstehen k├Ânnen. Au├čerdem rauchte er eine Zigarette nach der anderen, deren Rauch fr├Âhlich in mein Zimmer zog .Beides nat├╝rlich bei Todesstrafe verboten. Als ehemalige Raucherin habe ich allerdings gro├čes Verst├Ąndnis f├╝r Suchtverhalten, nicht aber f├╝r r├╝cksichtsloses Geschrei mitten in der Nacht. Ich habe mich also wieder aus dem Bett gequ├Ąlt, bin auf den Balkon gehumpelt und habe laut „Ruhe“ gebr├╝llt. Hat Wirkung gezeigt, danach war tats├Ąchlich Ruhe… Bis um 4:30 Uhr! Da ├Âffnete sich wieder meine Zimmert├╝r und eine Stimme fragte: Str├╝mpfe anziehen? Da alles andere offensichtlich wenig Sinn macht, habe ich nur m├╝de „heute nicht“ geantwortet. Ab morgen werde ich sie wohl tats├Ąchlich brauchen, denn auch wenn ich mittlerweile sehr geschickt, mittels meiner St├Âcke,  meine Leggins anziehen kann, ob das mit den S├Âckchen klappt, das wei├č ich noch nicht. Ansonsten sieht es hier tats├Ąchlich so aus, dass ich ungest├Ârt lange Zeit tot in meinem Zimmer liegen k├Ânnte, es w├╝rde niemand bemerken. Anwendungen finden nicht statt, viele G├Ąste sind ├╝ber das Wochenende zu Hause, und wer ├╝berhaupt hier ist, das wei├č offenbar keiner. Auf jeden Fall erkundigt sich keiner nach dem Befinden, offenbar geht man davon aus, dass man sich melden wird, bevor man das Zeitliche segnet. H├Ątte ich dar├╝ber im Vorfeld Informationen bekommen, h├Ątte ich dieses Wochenende sicherlich lieber zu Hause verbracht. Hier ist es einfach nur ein Warten. Schlie├člich kann man ├╝berhaupt noch nicht einsch├Ątzen, was gut und was richtig, und was v├Âllig falsch ist. Zumindest die Damen an meinem Tisch waren v├Âllig entsetzt, als ich harmlos erz├Ąhlt habe, dass ich ganz alleine geduscht h├Ątte. Ich hingegen bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass irgendetwas dagegen sprechen k├Ânnte.

Wer also die direkte Anschlussheilbehandlung geplant hat, sollte sich ├╝berlegen, ob das an einem Freitag Mittag wirklich sinnvoll ist. Wenn im eigenen Zuhause jemand wohnt, der gewisse Dinge f├╝r einen erledigen kann, ist man dort sicherlich besser aufgehoben. Es sollten aber vielleicht  weder Katzen noch kleine Hunde dort wohnen, denn dann w├Ąre die Gefahr des Stolperns sehr gro├č. Nicht gelogen, ich habe mit einer Patientin gesprochen, die nach ihrem H├╝ft Tab nach Hause kam, ├╝ber ihren Dackel st├╝rzte und sich auf der anderen Seite den Oberschenkelhals brach. Das braucht nat├╝rlich keiner, dann lieber zwei Tage Langeweile.




Samstag, 16. Juli 2022

Beim ersten Mal …


 … da tut‘s noch weh­čśąKennt man ja, und so ist es auch, wenn man zum ersten Mal wieder was anderes macht, als in einem Krankenhausbett rumliegen. Eigentlich fing alles ganz lustig an, zwei junge Frauen vom „Roten Kreuz“ kamen mit einer Rolltrage, um mich in die ReHa zu fahren. Na ja, nat├╝rlich nicht mit der Trage, sondern mit dem Krankenwagen, aber zu diesem wollten sie mich auf dieser Trage transportieren. Ich wollte das nicht. Wir haben uns dann geeinigt: Ich laufe und mein Koffer wird gefahren­čĄú. Alles ging gut, nat├╝rlich wollte ich auch nicht liegend verbracht werden, sondern aufrecht sitzend, was bei genauer Betrachtung der Lage, keine gute Idee war. Meiner H├╝fte gefiel es n├Ąmlich nicht, und sie begann heftig zu schmerzen. Nach der etwa einst├╝ndigen Fahrt war ich daher schon ziemlich geschafft. Und dann kam der Aufnahmemarathon in der Rehaklinik. Endlos lange Wege, Untersuchungen, Koffer auspacken, und ich stellte schnell fest, dass ich wirklich noch nicht ann├Ąhernd fit bin. Mich ├╝berkam das „heulende Elend“, eine Mischung aus Selbstmitleid und tats├Ąchlicher ├ťberforderung. Alles tat mir weh, mein Bein brannte wie Feuer, und ich malte mir alle m├Âglichen Schreckensszenarien aus: H├╝fte luxiert, Muskeln gerissen, erneute Operation, Sepsis, Tod … Da angekommen, fand ich zur├╝ck in die Realit├Ąt. Es war schlicht ein bisschen viel gewesen. Morgen w├╝rde es wieder anders aussehen. Und so war es nat├╝rlich auch. Naja, nicht ganz. Mein Bein tut auch heute noch recht heftig weh. Allerdings mehr die Muskeln, als die H├╝fte an sich. Ich stelle allerdings auch fest, dass es nach Bewegung besser wird. Vielleicht haben die langen Wege hier einen therapeutischen Nutzen. Auf alle F├Ąlle habe ich es geschafft zu duschen, und mich alleine anzuziehen. Auch wenn ich bei der Leggins fast einen Schreikrampf gekriegt habe. Bis ich meinen Fu├č im richtigen Hosenbein hatte, hat es ewig gedauert. Vielleicht war ich mit meinen Gedanken noch bei diesem Kampf und habe daher meine Maske vergessen.  Erst als mir  auf dem langen Gang zum Speisesaal ein Mann entgegen kam, der Maske trug, fiel mir auf, dass ich keine auf hatte. „Ach Gott, ich habe meine Maske vergessen“, rief ich. Daraufhin rupfte sich der Mann seine vom Gesicht, hielt sie mir hin und sagte:“ Hier, nimm du, ich brauche nix mehr.“­čĄú­čĄú­čĄú

Freitag, 15. Juli 2022

Beleidigte Muskeln schiessen zur├╝ck ..


 …aber so was von­čąÁMein Oberschenkel f├╝hlt sich auch 6 nach OP noch an, als st├╝nde ein Elefant drauf. „Das ist normal, das ist nur Muskelkater!“ Aha, na, da bin ich doch sofort beruhigt und es tut auch ├╝berhaupt nicht mehr weh­čąÁVon wegen, meine Elefant bleibt, wo er ist, dr├╝ckt nur ab und an ein bisschen st├Ąrker, damit ich wei├č, dass er noch da ist. Lasst euch nix erz├Ąhlen von „bisschen Muskelkater“ und haltet euch schon gar nicht f├╝r Memmen. Dieses Riesenmuskelpaket da in meinem und in euren Oberschenkeln ist n├Ąmlich echt sauer. Zutiefst beleidigt und das kriegen wir zu sp├╝ren. Es sind genau die Muskeln (und Sehnen, Nerven und Faszien) die den Operateur daran hindern wollten, euren H├╝ftkopf abzus├Ągen und schn├Âde auf den M├╝ll zu werfen. Sie hatten keine Chance, wurden einfach mit Haken oder vielen Fingern aus dem Weg gehalten und mussten mitangucken, wie die S├Ąge ihre Arbeit tat. Davon h├Ątte sicherlich jeder ein Trauma erlitten, warum also nicht unsere Muskulatur? Na also. Sie hat gelitten und wurde verletzt. Und darum tut es jetzt eben weh.

Dem einen mehr, dem anderen weniger. Mir mehr. Aber ich verstehe das, nehme es  ├╝berhaupt nicht ├╝bel. Ganz im Gegenteil. Ich streichle sie vorsichtig und halte sie warm, damit sie sich m├Âglichst bald von ihrem Schock erholen und  meiner neuen H├╝fte den n├Âtigen Halt verleihen.


Donnerstag, 14. Juli 2022

D├Ą fl├Âcke Pitter …


 oder f├╝r Nichtk├Âlner „der schnelle Peter“ ist das, was man nie weniger gebrauchen kann - als kurz nach einer TEP. Durchfall zwingt einen schlie├člich zu einer Geschwindigkeit, gegen die sich der K├Ârper, inclusive aller Muskeln und Faszien noch str├Ąubt. Gegen die Alternative habe ich mich aber gestr├Ąubt und daher mein bestes gegeben. Raus aus dem Bett in Rekordzeit, der Griff nach den Kr├╝cken und dann auf in Richtung Keramik. M├Âglichst nicht atmen und alles zusammenkneifen, so gut es eben geht. Denjenigen, die in einer solchen Lage ein Mehrbettzimmer haben, gilt mein volles Mitgef├╝hl. Die k├Ânnen nur hoffen und beten …Aber auch mit Einzelzimmer ist es nicht so ohne, schliesslich muss man nach Erreichen des „sicheren ├ľrtchens „erst noch die Kr├╝cken umfallsicher deponieren, sich selbst langsam und vorsichtig positionieren … na ja, den Rest kennt jeder, ob mit oder ohne TEP. Kaum zur├╝ck im Bett, ersch├Âpft wie nach einem Marathon, geht das Spiel aufs Neue los … Sechsmal! Ich kann nur sagen, ich war brezelfertig, mein Kreislauf spielte verr├╝ckt und meine Muskeln krampften schmerzhaft. Elektrolytmangel. Erst nach einer ganzen Flasche Wasser und viel Magnesium beruhigte sich der Zustand wieder. So viel zu meinem versprochenen Tipp, wie man schnell wieder aus dem Bett kommt .. macht’s besser nicht nach.

Dann habe ich noch mal meinen Operateur gefragt, was ich denn nun wirklich, also ganz wirklich nicht machen darf, nicht Dinge, die nur im Lehrbuch stehen, aber im real life nicht durchzuhalten sind. Ich geb’s mal weiter/

Beine nicht ├╝bereinanderschlagen

F├╝├če nicht kreuzen

Nicht auf tiefen Sitzm├Âbeln sitzen, auch nicht auf einer tiefen Toilette - besser eine Erh├Âhung anschaffen. Notfalls eine weitere Matratze aufs Bett legen, wenn es sehr niedrig ist oder es auf Kl├Âtze stellen.

Nicht auf der Seite schlafen, auch nicht auf der heilen. Wer gar nicht, unter keinen Umst├Ąnden, auf dem R├╝cken schlafen kann, darf, mit einem sehr dicken Kissen zwischen den Beinen auf der gesunden Seite schlafen, aber gut sei das nicht. Ich meine, gibt ja Menschen mit Pest und Pocken, solche wie mich, die schon Bandscheibenoperationen hatten und denen die R├╝ckenlage Schmerzen bereitet, da muss man eben abw├Ągen, was geht und was nicht. 

Lymphdrainage wurde leider auch abgelehnt, irgendein Wert ist noch nicht in der Norm. Man bot mir aber an, das Bein zu wickeln. Angesichts der herrschenden Temperaturen habe ich darauf allerdings verzichtet­čą╣





Also



 

Mittwoch, 13. Juli 2022

Der Krankenhaus Blues und sonstige Ärgernisse


 Hat man zwar schon mal geh├Ârt, dass es so was geben soll, aber betrifft das nicht immer nur die anderen? Eigentlich doch nur die jungen M├╝tter, die durch ihre Hormone in ein Loch st├╝rzen und pl├Âtzlich heulen, obwohl sie ├╝berhaupt keinen Grund haben? Nix is! Um zu heulen muss man nicht vorher einen Kind kriegen, das geht auch ohne. Wei├č ich seit heute. Fing schon schlecht an der Tag: Mir fiel mein Handy runter und was 

 Na ich nat├╝rlich vergessen habe, ist eine Greifzange. Habt ihr schon mal versucht, mit Hilfe von zwei langen Kr├╝cken ein schmales Handy von einem glatten Boden hochzuheben und auf ein Bett zu bef├Ârdern? Ich sage euch, das dauert! Dann stellt man fest, dass es gerade mal 04.40 Uhr ist. Was, zum Geier, macht man um 04.40 Uhr in einem Krankenhaus? Hellwach, noch dazu? Versuche, noch mal einzuschlafen. Klappt nicht, die Blase dr├╝ckt. Wo habe ich diese verdammten Kr├╝cken denn hingestellt? Ah, unerreichbar hinter dem schwerg├Ąngigen Nachttisch stehen sie. Nachttisch ranziehen; eine Kr├╝cke fallen h├Âren, Luft anhalten, zweite Kr├╝cke fallen h├Âren. Ganz langsam ausatmen und nach der Nachtschwester  klingeln. Mit den aufgehobenen Kr├╝cken ins Bad wandern, und feststellen, dass sitzen noch immer schweineweh tut. Im Stehen pinkeln. Feststellen, dass der Schmerz trotzdem nicht verschwindet, m├╝hsam zur├╝ck zum Bett humpeln, noch m├╝hsamer wieder hinlegen und leise vor sich hin schimpfen. An Schlaf ist nicht zu denken, also ein bisschen Daddeln und darauf hoffen, dass die Zeit vergeht und der Schmerz nachl├Ąsst. Hallo? Wieso liege ich hier rum und heule? So schlimm sind die Schmerzen nun auch wieder nicht. Wenn ich vorher das gesehen h├Ątte, was hier unter dem Namen Kaffee serviert wird, k├Ânnte ich das ja noch verstehen, aber dazu ist es viel zu fr├╝h. Dieses gef├Ąrbte Wasser kommt fr├╝hestens in 3 1/2 Stunden. Also, macht euch keinen Stress, wenn es euch auch mal so ergeht, vergeht und die Welt ist wieder bunt. Mir hat ├╝brigens die KG geholfen, die an diesem Morgen pl├Âtzlich an meinem Bett auftauchte und mit wundersam leichten Bewegungen meinen brettharten Oberschenkel weich bekam. Lasst euch, wenn es irgendwie geht, noch vor der OP von einer Fachkraft zeigen, wie man sich selbst mit ein paar Handgriffen ein bisschen Erleichterung verschaffen kann … klingt das jetzt irgendwie zweideutig? Ich hoffe, ihr wisst, dass ich das rein medizinisch meine­čĄúMorgen verrate ich euch dann den ultimativen Trick, um ganz schnell wieder fit zu werden.





Dienstag, 12. Juli 2022

Man f├╝rchtet, was man nicht kennt


 Und wer kennt schon H├╝ft TEPs­čą┤Darum noch mal f├╝r alle, die es vor sich haben und noch zittern vor lauter Angst: Es ist nicht wirklich schlimm. Hier noch einmal die Einzelheiten. 

OP Vorbereitung, Legen der Infusionsnadel wird nie wirklich mein Hobby und ich habe auch noch nie einen An├Ąsthesisten getroffen, der es wirklich gut kann, aber das geht vorbei. Dann gibt’s durch die Maske Sauerstoff, das tut nicht weh und gleich darauf verabschiedet man sich schon ins Land der Tr├Ąume. Getr├Ąumt habe ich allerdings auch noch nie. An das Aufwachen kann ich mich diesmal gar nicht erinnern, bin erst in meinem Zimmer wieder wachgeworden. Na ja, wach ist zu viel gesagt, ich habe mal die Augen aufgemacht, ein paar Entwarnungsmails verschickt, aber auch daran erinnere ich mich nicht mehr wirklich. Die meiste Zeit dieses Tages und auch die ganze folgende Nacht habe ich einfach gepennt. Einmal hatte ich heftige Schmerzen im operierten Bein,
da war aber nur der Verband zu eng. Der wurde gelockert und die Schmerzen waren vorbei. Am Samstag hatte ich Hunger,
richtigen Hunger, hatte schlie├člich seit ├╝ber 40 Stunden nichts gegessen. Zuerst kam aber eine Schwester und ich musste mich auf die Bettkante setzen. Nichts leichter als das … ha-ha, wie ein gestrandeter Wal hing ich im Metall und kam nicht in die H├Âhe. Mein Bein wog eine Tonne und war beweglich wie eine Eisenbahnschiene. Du lieber Himmel, au├čerdem war es doppelt so dick wie normal - mindestens. Egal, ich musste mich hochhieven und einmal auf die F├╝├če
stellen. Klappte nur semigut, dann durfte ich wieder ins
Bett und erneut verk├╝nden, das ich jetzt wirklich gern ein Fr├╝hst├╝ck h├Ątte. Das kam ausgerechnet an diesem Morgen erst gegen neun. Auch zum W├Ąschewechseln, Waschen,
Z├Ąhneputzen fand sich erst am sp├Ąten Vormittag jemand - Corona ist eben ├╝berall. Dank der Opiate verschlief ich auch den Samstag weitgehendst, musste allerdings einmal
auf diese furchtbare Pfanne, die vielen Infusionen wollten wieder raus. Allein das sich auf die Seite rollen, war ein Albtraum. Der Rest auch. Schweigen wir dr├╝ber. Ich habe mir aber ernsthaft vorgenommen, dass mir das am n├Ąchsten Tag nicht wieder passieren w├╝rde. Tat es auch nicht. Ich stand auf, nahm meine Kr├╝cken, und marschierte Richtung Toilette. Naja, bleiben wir doch bei der Wahrheit: Ich qu├Ąlte mich aus dem Bett, nahm meine Kr├╝cken, und schlich zur Toilette, trifft es wohl besser. Damit war das Abenteuer aber noch nicht beendet. Die Kr├╝cken irgendwo sicher hinzustellen, um mich dann auf die Toilette setzen zu k├Ânnen, stellte mich vor unl├Âsbare Probleme. Ich habe sie gel├Âst, indem ich einfach stehend  gepinkelt habe. Da ich schon einmal auf war, habe ich mir auch gleich noch die Z├Ąhne geputzt. Ich war noch nie so stolz auf Z├Ąhneputzen.
Irgendwann am Montag kam dann mein Operat├Âr und besah sich sein Werk. Er war damit zufrieden und erkl├Ąrte, dass die Schwellung und die H├Ąrte vom Bluterguss k├Ąmen,
der sich im Laufe der n├Ąchsten 2-3 Wochen aufl├Âsen w├╝rde. Kaum war er weg, erschien die Physiotherapeutin zum ersten Mal. Die Zeiten, in denen nach einer Operation auch am Wochenende Physiotherapie stattfand, die sind lange vorbei. Sie zeigte mir, wie man richtig an Kr├╝cken l├Ąuft :Kr├╝cken vor operiertes Bein vor, gesundes Bein ├╝berholt das kranke. Dabei ist der Blick immer nach vorne zu richten. Vorher muss man allerdings in die festen Schuhe kommen und das ist nicht so einfach. Achtet unbedingt darauf, dass die Schnell -Schn├╝rung nicht zu fest gezogen ist. Ihr glaubt gar nicht, wie weh es tun kann, sich mithilfe einer Drehbewegung des Beines in einen Schuh zu zw├Ąngen. Und auch die Laschen haben die hinterh├Ąltige Angewohnheit, sich sofort zur├╝ckzuziehen, sobald man seinen Fu├č in ihre Richtung bewegt. Achtet daher unbedingt beim Kauf neuer Schuhe auf diese Dinge, ihr werdet nach der Operation froh drum sein. Solltet ihr Sockentr├Ąger sein, besorgt euch eine Anziehhilfe. Glaubt mir, ihr werdet es nicht schaffen, einen Socken ohne eine solche anzuziehen. Auch eine Greifzange ist von Vorteil denn man glaubt gar nicht, wie viele Dinge, einschlie├člich der Kr├╝cken, einem im Laufe des Tages runterfallen. Jedes Mal nach dem ohnehin sehr dezimierten Pflegepersonal zu klingeln, ist keine gute Option. Ansonsten nehmt euch mit, womit ihr euch gerne besch├Ąftigen w├╝rdet. Ob Strickzeug, Laptop, Tablet, Handy, B├╝cher (meine nat├╝rlich) ganz egal, aber denkt dran, so ein Krankenhaus -Alltag ist sehr lang.
Ach ja, packt euch eine Flasche Rotb├Ąckchen ein, Denn viele haben nach der Operation durch den Blutverlust zu wenig Eisen. Tabletten werden nicht gerne gegeben, weil sie auf die, nach der Operation ohnehin beleidigte Verdauung schlagen. Sprich: sie verursachen Verstopfung. Da das Thema „stilles ├ľrtchen“ ohnehin noch Schwierigkeiten macht, sollte man  nicht ohne Not ein weiteres Problem hinzuf├╝gen. Also packt Rotb├Ąckchen ein. 
Ansonsten glaubt mir, wenn ich sage, dass es wirklich in einer erstaunlichen Geschwindigkeit vorangeht. Das aus dem Bett aufstehen geht mit jedem Tag besser und das wieder rein klettern ist bald ├╝berhaupt kein Akt mehr. Nat├╝rlich ist das alles von eurer k├Ârperlichen Fitness, eurem Gewicht, eurem Alter und dergleichen abh├Ąngig, aber es geht wirklich recht schnell wieder in Richtung normales Leben. Normal und hoffentlich schmerzfrei.
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Montag, 11. Juli 2022

Die H├╝fte sitzt …


 … und ich zeige euch jetzt mein Innerstes­čĄúNachdem ich mich gestern heftig ├╝ber die Zust├Ąnde hier beklagt habe, kam eben Chef pers├Ânlich. Nat├╝rlich wurde alles relativiert, so schlimm ist es schlie├člich auch nicht, wenn man mal 24 Stunden im durchgeschwitzten OPHemd, ungewaschen und mit ungeputzen Z├Ąhnen verbringt. Man hat auch noch nie davon geh├Ârt, dass jemand nach 36 Stunden tot umgefallen w├Ąre, weil das Abendessen ausgefallen und das Fr├╝hst├╝ck nach 9 noch nicht da war. Alles schick, kein Grund zur Aufregung. Auch das Bild vom Stehk├Ąse mit der traurigen halben Tomate hat ihn nicht ersch├╝ttert, vielleicht sieht das bei ihm zu Hause ja auch so aus­čĄú­čĄú Wie auch immer, er hat sich auf seine Kernkompetenz besonnen, und mir das R├Ântgenbild meiner niegelnagelneuen H├╝fte mitgebracht und versichert, dass alles bestens sei. So wenig Blut sei geflossen; man habe nicht einmal eine Drainage gebraucht. Dass jetzt alles bretthart und hei├č ist, liegt am Bluterguss, da k├Ânne man nur k├╝hlen und abwarten. Wird bald wieder! Glaube ich ihm, denn ich komme tats├Ąchlich jedes Mal etwas besser aus dem Bett. Zum Abendessen hatte ich ein Bier bestellt - alkoholfrei nat├╝rlich. Es war nicht da, nur ein Teebeutel; g├Ąnzlich unverpackt, lag auf dem Tablett. „Ein Bier wollen Sie, ja, Moment.“ Zehn Minuten sp├Ąter kam er mit einer Flasche Malzbier an, drehte auf mein Kopfsch├╝tteln wieder um und brachte schlie├člich ein Pils. Zimmertemperatur, locker 25 Grad­čÖł






Sonntag, 10. Juli 2022

Eingecheckt, operiert und leicht frustriert


 Die Nacht war nicht so prickelnd und an Schlaf gar nicht zu denken. Katze Maya hat alles gegeben, mich zu beruhigen, und das sogar zeitweise geschafft. Wer nie so eine schnurrende, warme, weiche Katze erlebt hat, die sich ganz eng ankuschelt und laut schnurrt, der hat einfach was verpasst im Leben. Das letzte Mal bewusst auf die Uhr geguckt habe ich um 04.15 und um 05.00 hat mich dann der Wecker aus dem Schlaf gerissen. Hund Sam hat etwas irritiert geguckt, aber weitergeschlafen. Mein Mann war ebenfalls wach und kurz darauf fuhren wir schon auf der Autobahn. Wir haben uns vor der T├╝r des Krankenhauses verabschiedet und ich mich aufgemacht, meine Station zu suchen. Kaum gefunden, wurde ich wieder woanders hingeschickt, weil durch coronabedingten Personalmangel alles anders sei. Wieder hie├č es warten, dann wurde ein erneuter Abstrich gemacht, Blutdruck und Fieber gemessen, ich bekam das schicke OP - Held samt Papierschl├╝ppi und man teilte mir mit, dass die OP wohl gegen 10 sei. Es war zwanzig vor 7­čą┤­čą┤ Also bin ich wieder hoch in mein - echt sch├Ânes Zimmer mit einem luxuri├Âsen Bad - gefahren und habe erst mal meinen Koffer ausgepackt - sehr zum ├ärger der Raumpflegerin. Mein Hinweis, dass das Zimmer blitzsauber sei, beantwortete sie kurz: Egal, muss ich trotzdem putzen­čą┤Kurz vor 10 wurde ich dann durch die Schleuse in den OP Bereich gehoben und durch einen sehr langen, sehr kalten Gang gefahren. Dort gab’s das schicke gr├╝ne M├╝tzchen und diesen einen An├Ąsthesisten, der nie die Vene findet. Dreimal vergeblich. Ich w├Ąre verdammt gerne wieder gegangen. Das Letzte woran ich mich erinnern kann, ich bekam den Single Shot und eine Sauerstoffmaske und danach : kompletter Filmriss. Auch an den Aufwachraum habe ich seltsamerweise ├╝berhaupt keine Erinnerung mehr. Erst in meinem Zimmer bin ich wieder einigerma├čen zu mir gekommen, habe aber fast den ganzen Tag und auch die ganze Nacht verschlafen. So m├╝de war ich nach einer Operation noch nie. Keine Ahnung woran das liegt, vielleicht am Narkosemittel. Ein pl├Âtzlich einsetzender, sehr heftiger Schmerz im operierten Bein, weckte mich auf. Es f├╝hlte sich an, als w├╝rde mein gesamter Oberschenkel in Flammen stehen. Der herbei gerufene Arzt stellte fest, dass der Verband viel zu stramm gewickelt war und begab sich daran, ihn mittels einer Schere aufzuschneiden. Danach wurds  besser. Nicht besser wurde hingegen die Tatsache, dass mein Bein etwa doppelt so dick wie normal aussah, und steinhart war. Von der Beweglichkeit alle Eisenbahnschienen.

Die ersehnte Physiotherapie beziehungsweise Lymph- Drainage fand nat├╝rlich nicht statt, da Wochenende. Immerhin half mir eine Schwester auf die Bettkante und zeigte mir, wie das mit den Kr├╝cken funktionieren soll. Kaum wieder zur├╝ck im Bett, und fix und fertig, tauchte ein Pfleger mit einem Rollstuhl auf. R├Ântgen war angesagt. Klingt einfacher als es ist. Allein das Umsteigen aus dem Stuhl auf die R├Ântgenliege, war ein Kraftakt voller Schmerzen. Bis ich wieder zur├╝ck in meinem Rollstuhl sa├č, war ich buchst├Ąblich schwei├čgebadet. Ich trug auch noch immer mein OP Hemd, war weder gewaschen, noch hatte mir irgendjemand mal eine Zahnb├╝rste gereicht -nach mehr als 24 Stunden. Ich lag noch nicht ganz wieder im Bett, kam ein anderer Pfleger mit einem anderen Rollstuhl. Erneutes R├Ântgen sei angesagt, da man bei meiner Aufnahme das R├Ântgen der Lunge vergessen habe. The Same Procedure again. Wieder die Odyssee durch das ganze Krankenhaus, dass man vor Aufnahme keine Stunde zu fr├╝h betreten darf, wegen der erh├Âhten Infektionsgefahr. Die R├Ântgenassistentin guckte irritiert, sch├╝ttelte den Kopf und erkl├Ąrte, man habe sich wohl im Namen vertan, ich w├╝rde nicht erwartet. Auf mein Kopf sch├╝tteln reagierte sie unwirsch, wurde sogar ausgesprochen unfreundlich. Sei ein Fehler, k├Ânnte schlie├člich vorkommen, da br├Ąuchte ich nicht mit dem Kopf zu sch├╝tteln. Das Wort Entschuldigung fiel ihr wohl grad nicht ein. Der Rest vom Wochenende verlief vollkommen ereignislos, ich bekomme Tabletten, die mich m├╝de machen, gegen die Schmerzen allerdings ├╝berhaupt nichts ausrichten. Daf├╝r ist das Essen schlecht und hat mit einer Privatstation wirklich ├╝berhaupt nichts zu tun. Daf├╝r sind allerdings die Pfleger und Pflegerinnen ebenso jung wie freundlich. Man darf gespannt sein, wie es nun am morgigen Montag hier weitergeht.

Donnerstag, 7. Juli 2022

Eine Trennung steht bevor - und mir wird langsam sehr mulmig


 Der Countdown l├Ąuft - unerbittlich. Der letzte Tag vor X ist angebrochen. Ich habe kaum geschlafen und wenn, wirres Zeug getr├Ąumt.

Hund und Katze, mit ihren feinen Antennen, wissen nat├╝rlich l├Ąngst, dass etwas in der Luft liegt und reagieren darauf. Hund Sam l├Ąsst mich nicht aus den Augen und Katze Maya scheint auf mir festgeklebt zu sein. Sie arbeitet mit lautem Schnurren gegen ihr  und mein Unbehagen an. Um die Beiden mache ich mir ├╝berhaupt die meisten Sorgen, vier Wochen ohne mich … wie sollen sie das verstehen, wie kann man ihnen klarmachen, dass ich wiederkomme - hoffentlich­čÖłKlar, mein Mann ist da, er k├╝mmert sich, aber er ist nicht so wirklich ein Katzenfan und wird Mayas Schmusesucht sicherlich nicht bedienen. Au├čerdem verfolgt mich der Gedanke: Was, wenn ihm auch etwas passiert? Was Schlimmes? Was dann? Tochter liegt mit Corona flach und Hund Sam und Katze Maya m├Âgen keine Fremden, ├╝berhaupt nicht, ganz und gar nicht. Ich muss aufh├Âren mit diesen schwarzen Gedanken, die f├╝hren zu nichts, au├čer zu noch mehr Panik. Als Autorin lebe ich zwar von meiner Fantasie, im Moment ist sie allerdings sehr hinderlich. 

Die letzten Sachen sind im Koffer, in dem, den ich mit ins Krankenhaus nehme, der f├╝r die Reha steht gepackt parat. ├ťberhaupt, die Anschlussheilbehandlungen, kurz ReHa genannt ... Noch steht nicht fest, ob es da, wo ich hin m├Âchte, klappt. Das entscheidet sich erst einen Tag vor der Entlassung. Auch m├Âglich, dass ich erst noch mal nach Hause gefahren werde ... nichts ist wirklich klar, h├Ąngt vom Kostentr├Ąger ab. In meinem Fall von der Krankenkasse. 

Ich kann nicht mehr viel tue, nur noch warten. Gegen 16 Uhr erfahre ich, ob und wann die OP morgen stattfindet. Ob, das h├Ąngt von den Untersuchungsergebnissen ab, vor allen Dingen wohl vom PCR Test. Postiv - nix OP, ist klar, oder? Vielleicht sollte ich noch schnell meine Tochter besuchen? Nein, Unsinn, mache ich nat├╝rlich nicht. Na ja und wann, k├Ânnte auch noch ein Problem werden. Viele m├╝ssen um sieben da sein ... vielleicht h├Âren wir den Wecker nicht, das Auto springt nicht an, einer f├Ąllt die Treppe runter, wir geraten in einen endlosen Stau ... Nein! Wird alles nicht passieren, ist nur meine Fantasie.

Aber wisst ihr was? W├╝sste ich nicht, was meine Leber die n├Ąchsten Tage und Wochen so alles wegstecken muss, dann w├╝rde ich mir heute die Kante geben, das steht mal fest. So muss ich das alles n├╝chtern ertragen.


Mittwoch, 6. Juli 2022

Eine Trennung steht bevor ... Teil 3 Mein Hund wird mich vermissen ...

 Der Tag der Vorbereitung ist angebrochen  und besteht aus Warten. Warten vor der Anmeldung, warten vor der Blutabnahme, warten auf die diversen ├ärzte.

Unmengen an Unterschriften, man hat keine Zeit zu lesen, ob da vielleicht ein Kreditantrag oder ein Bausparvertrag dazwischen geschoben wurde. Ich habe jedenfalls keine Ahnung, was ich da alles unterschrieben habe, ehrlich. Dann weiter zum EKG, zur Blutabnahme und zum Coronatest, zur├╝ck ins Wartezimmer. Gespr├Ąch mit dem Oberarzt, der noch mal alles abfragt, was ich vorher schon schriftlich erkl├Ąrt hatte. Erkrankungen? Operationen? Komplikationen, famili├Ąre Erkrankungen? Allergien? Dass ich ab 02.00  nichts mehr essen darf, warum ich aber viel Wasser trinken soll. Das Runterrasseln der m├Âglichen Probleme durch eine Narkose. Er erz├Ąhlt eine Geschichte, die ich nur brockenweise verstehe. Dialekt, Maske und Trennscheibe sind eine Herausforderung f├╝r mein Geh├Âr. „Haben Sie Angst?“

„Ja und wie!“ 

„Warum, die ├ärzte machen das hier ├Âfter. Brauchen Sie ein Tablettchen vorher?“

 „Jaaaa, unbedingt!“ 

„Ach  Gottchen, sind Sie ein Sensibelchen?“

„Nein, aber nach zahllosen Operationen und endlosen Schmerzen, langsam m├╝rbe.“ 

„Na okay, kriegen Sie. So, wir sind hier fertig, gehen Sie jetzt zur├╝ck ins Wartezimmer, ich w├╝nsche Ihnen alles erdenklich Gute.“

Eineinhalb Stunden sp├Ąter geht’s zum Orthop├Ąden.„Wie war Ihr Name? Was soll gemacht werden? Aha! Gibt es in Ihrer Familie Erkrankungen…“

„Entschuldigung, aber das alles habe ich doch schon schriftlich angegeben und der An├Ąsthesist hat es auch noch mal abgefragt. K├Ânnten Sie das nicht einfach von dort abrufen?“

„ Nein, tut mir leid, aber ich muss Sie das alles noch mal fragen, also: Operationen …“

Ich rassele runter, was ich mittlerweile auswendig kann, er ist beeindruckt.

 „Dann erz├Ąhle ich Ihnen jetzt was ├╝ber die m├Âglichen Nebenwirkungen ...“

„Danke, die kenne ich auch, sollte ich eine vergessen, erg├Ąnzen Sie es einfach.“ Ich z├Ąhle auf, was ich auf die Schnelle zusammenbekomme: Infektion, entweder w├Ąhrend der OP oder postoperativ, unvorhersehbare Blutungen, die eine Transfusion n├Âtig machen, Thrombose, Lungenentz├╝ndung oder Lungen├Âdem …“

„Gut, ich sehe schon, Sie haben da Erfahrung. Wegen Ihrer postoperativen Thrombose vor zwei Jahren, m├╝ssen Sie f├╝r 35 Tage Thrombosespritzen bekommen. Nach einer Weile geht das aber auch mit Tabletten … sonst noch Fragen?“

„Ich bin etwas nerv├Âs, habe wirklich lange, richtig heftige Schmerzen und m├Âchte sicher sein, dass postoperativ ein gutes Schmerzmanagement vorgesehen ist.“ Verspricht der nette Mensch mir. „Alles, was Sie wollen, bei uns muss keiner Schmerzen haben. Einfach klingeln!“

Das war’s. Ich f├╝hle mich etwas besser, nicht gut, aber etwas besser. Morgen erfahre ich dann, wann die OP angesetzt ist. Ich hoffe, nicht allzu fr├╝h, denn ich muss ja anreisen, vorher die Hunde rauslassen, duschen, anziehen, etc. Es wird stressig!














Montag, 4. Juli 2022

Eine Trennung steht bevor …2 Ich glaub´, es hackt

 Man macht sich ja keine Gedanken, was man so alles braucht, wenn man pl├Âtzlich vier Wochen keine Waschmaschine zur Verf├╝gung  hat, sich keine Schuhe binden darf und die H├Ąnde nicht mehr freihat, weil man an Kr├╝cken laufen muss. Lieber Himmel, mein Kopf ist voll, mein Konto leer. Ich habe mir tats├Ąchlich 16 T-Shirts, 12 Paar Sneaker Socken, ein Dutzend Slips in einer Nummer gr├Â├čer und diverse BH‘s gekauft. Dazu „H├Ąngerchen“ f├╝rs Krankenhaus, damit ich mich anfangs nicht in enge Leggins qu├Ąlen muss, Schlafzeug f├╝r warme und Schlafzeug f├╝r nicht so warme N├Ąchte, sowie zwei Paar Schuhe mit Schnellschn├╝rung. B├╝cken ist ja nicht, wie schon erw├Ąhnt, aber f├╝r den Notfall habe ich heute noch einen ├╝berlangen Schuhanzieher gekauft, der zwar nicht in den Koffer passt, aber angeblich hilfreich sein soll, und eine Greifzange erstanden

Nun habe ich zwei Koffer packen m├╝ssen, einen f├╝rs Krankenhaus, einen f├╝r die direkt anschlie├čende Reha. Was packt man in den einen, was in den anderen? Boh nee, es wird echt h├Âchste Zeit, dass der Tag der Tage kommt, bevor ich v├Âllig wuschig werde. M
orgen ist Vorgespr├Ąch, vielleicht erz├Ąhlen sie mir da auch noch mal, was ich alles noch nicht gekauft habe­čĹŹKauft ihr bis dahin bitte weiterhin meine B├╝cher, ich brauche zumindest ein paar Lichtblicke in meinem augenblicklichen Elend­čÖł

Sonntag, 3. Juli 2022

Eine Trennung steht bevor…die von meiner rechten H├╝fte



 …. und was macht eine Autorin, wenn ihr so ein, selten erfreuliches, Ereignis bevorsteht? Richtig, sie schreibt es sich von der Seele. Wie man ja wei├č, sind Trennungen oft mit Schmerz und Tr├Ąnen verbunden und ich heule jetzt halt mal ├Âffentlich. Ich trenne mich am Freitag, dem 8. Juli von meinem angeborenen rechten H├╝ftgelenk. Wir haben viele Jahrzehnte zusammengehalten wie Pech und Schwefel, waren nie voreinander getrennt, sind jeden Schritt zusammengegangen, so manchen in die falsche Richtung, aber im letzten Jahr war unser Zusammenleben nur noch Qual. Darum habe ich beschlossen, dass wir uns trennen m├╝ssen. Besser sp├Ąt, als nie! Wie das im Leben manchmal so ist, habe ich n├Ąmlich schon eine neue im Auge­čĄú eine nagelneue, eine aus Keramik. Die zieht nun am 8. Juli bei mir ein und ersetzt die alte. Ein nahtloser Austausch sozusagen, auch wenn ich wirklich nicht behaupten kann, dass mir diese Trennung leicht fiele, ganz im Gegenteil. Ich sehe ihr mit gro├čer Angst und Sorge entgegen. Ich bin mir n├Ąmlich ganz sicher, dass der Trennungsschmerz lange anhalten und erst langsam von einem Gef├╝hl der Befreiung abgel├Âst werden wird. Bestenfalls, denn m├Âglicherweise komme ich ├╝ber ihren Verlust nie so wirklich hinweg. Das muss die Zeit zeigen. Da Schreiben f├╝r Autoren oft die beste Medizin gegen Leid und Schmerz ist, werde ich wohl kaum die H├Ąnde in den Scho├č legen, sondern in jeder freien Minute flei├čig in die Tasten hauen. Aber, bis ich so weit bin, flie├čt schon noch ein bisschen Wasser den Rhein runter. Am Mittwoch, also ├╝bermorgen, bespreche ich jetzt zuerst mal mit den Experten, wie man mir die Trennung von meiner H├╝fte m├Âglichst leicht machen kann­čą┤Zum Gl├╝ck ist die Zeit der Whiskey oder Holzhammerbet├Ąubung vorbei, heute hei├čt das Zauberwort Vollnarkose. Kenne ich schon, hatte dieses Jahr bereits zwei. Wird so langsam zur Gewohnheit. Wie es danach weitergeht? Keine Ahnung, muss ich wohl abwarten, ich werde berichten, sobald ich wieder geradeaus gucken kann. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen, der diesen Schritt noch vor sich hat.

Was du gesehen hast …

  Was du gesehen hast ist kein Krimi und auch kein Thriller und schon gar kein Herz/Schmerz - Kitschroman. Es ist die wahre Geschichte eines...