Dienstag, 12. Juli 2022

Man fürchtet, was man nicht kennt


 Und wer kennt schon Hüft TEPs🥴Darum noch mal für alle, die es vor sich haben und noch zittern vor lauter Angst: Es ist nicht wirklich schlimm. Hier noch einmal die Einzelheiten. 

OP Vorbereitung, Legen der Infusionsnadel wird nie wirklich mein Hobby und ich habe auch noch nie einen Anästhesisten getroffen, der es wirklich gut kann, aber das geht vorbei. Dann gibt’s durch die Maske Sauerstoff, das tut nicht weh und gleich darauf verabschiedet man sich schon ins Land der Träume. Geträumt habe ich allerdings auch noch nie. An das Aufwachen kann ich mich diesmal gar nicht erinnern, bin erst in meinem Zimmer wieder wachgeworden. Na ja, wach ist zu viel gesagt, ich habe mal die Augen aufgemacht, ein paar Entwarnungsmails verschickt, aber auch daran erinnere ich mich nicht mehr wirklich. Die meiste Zeit dieses Tages und auch die ganze folgende Nacht habe ich einfach gepennt. Einmal hatte ich heftige Schmerzen im operierten Bein,
da war aber nur der Verband zu eng. Der wurde gelockert und die Schmerzen waren vorbei. Am Samstag hatte ich Hunger,
richtigen Hunger, hatte schließlich seit über 40 Stunden nichts gegessen. Zuerst kam aber eine Schwester und ich musste mich auf die Bettkante setzen. Nichts leichter als das … ha-ha, wie ein gestrandeter Wal hing ich im Metall und kam nicht in die Höhe. Mein Bein wog eine Tonne und war beweglich wie eine Eisenbahnschiene. Du lieber Himmel, außerdem war es doppelt so dick wie normal - mindestens. Egal, ich musste mich hochhieven und einmal auf die Füße
stellen. Klappte nur semigut, dann durfte ich wieder ins
Bett und erneut verkünden, das ich jetzt wirklich gern ein Frühstück hätte. Das kam ausgerechnet an diesem Morgen erst gegen neun. Auch zum Wäschewechseln, Waschen,
Zähneputzen fand sich erst am späten Vormittag jemand - Corona ist eben überall. Dank der Opiate verschlief ich auch den Samstag weitgehendst, musste allerdings einmal
auf diese furchtbare Pfanne, die vielen Infusionen wollten wieder raus. Allein das sich auf die Seite rollen, war ein Albtraum. Der Rest auch. Schweigen wir drüber. Ich habe mir aber ernsthaft vorgenommen, dass mir das am nächsten Tag nicht wieder passieren würde. Tat es auch nicht. Ich stand auf, nahm meine Krücken, und marschierte Richtung Toilette. Naja, bleiben wir doch bei der Wahrheit: Ich quälte mich aus dem Bett, nahm meine Krücken, und schlich zur Toilette, trifft es wohl besser. Damit war das Abenteuer aber noch nicht beendet. Die Krücken irgendwo sicher hinzustellen, um mich dann auf die Toilette setzen zu können, stellte mich vor unlösbare Probleme. Ich habe sie gelöst, indem ich einfach stehend  gepinkelt habe. Da ich schon einmal auf war, habe ich mir auch gleich noch die Zähne geputzt. Ich war noch nie so stolz auf Zähneputzen.
Irgendwann am Montag kam dann mein Operatör und besah sich sein Werk. Er war damit zufrieden und erklärte, dass die Schwellung und die Härte vom Bluterguss kämen,
der sich im Laufe der nächsten 2-3 Wochen auflösen würde. Kaum war er weg, erschien die Physiotherapeutin zum ersten Mal. Die Zeiten, in denen nach einer Operation auch am Wochenende Physiotherapie stattfand, die sind lange vorbei. Sie zeigte mir, wie man richtig an Krücken läuft :Krücken vor operiertes Bein vor, gesundes Bein überholt das kranke. Dabei ist der Blick immer nach vorne zu richten. Vorher muss man allerdings in die festen Schuhe kommen und das ist nicht so einfach. Achtet unbedingt darauf, dass die Schnell -Schnürung nicht zu fest gezogen ist. Ihr glaubt gar nicht, wie weh es tun kann, sich mithilfe einer Drehbewegung des Beines in einen Schuh zu zwängen. Und auch die Laschen haben die hinterhältige Angewohnheit, sich sofort zurückzuziehen, sobald man seinen Fuß in ihre Richtung bewegt. Achtet daher unbedingt beim Kauf neuer Schuhe auf diese Dinge, ihr werdet nach der Operation froh drum sein. Solltet ihr Sockenträger sein, besorgt euch eine Anziehhilfe. Glaubt mir, ihr werdet es nicht schaffen, einen Socken ohne eine solche anzuziehen. Auch eine Greifzange ist von Vorteil denn man glaubt gar nicht, wie viele Dinge, einschließlich der Krücken, einem im Laufe des Tages runterfallen. Jedes Mal nach dem ohnehin sehr dezimierten Pflegepersonal zu klingeln, ist keine gute Option. Ansonsten nehmt euch mit, womit ihr euch gerne beschäftigen würdet. Ob Strickzeug, Laptop, Tablet, Handy, Bücher (meine natürlich) ganz egal, aber denkt dran, so ein Krankenhaus -Alltag ist sehr lang.
Ach ja, packt euch eine Flasche Rotbäckchen ein, Denn viele haben nach der Operation durch den Blutverlust zu wenig Eisen. Tabletten werden nicht gerne gegeben, weil sie auf die, nach der Operation ohnehin beleidigte Verdauung schlagen. Sprich: sie verursachen Verstopfung. Da das Thema „stilles Örtchen“ ohnehin noch Schwierigkeiten macht, sollte man  nicht ohne Not ein weiteres Problem hinzufügen. Also packt Rotbäckchen ein. 
Ansonsten glaubt mir, wenn ich sage, dass es wirklich in einer erstaunlichen Geschwindigkeit vorangeht. Das aus dem Bett aufstehen geht mit jedem Tag besser und das wieder rein klettern ist bald überhaupt kein Akt mehr. Natürlich ist das alles von eurer körperlichen Fitness, eurem Gewicht, eurem Alter und dergleichen abhängig, aber es geht wirklich recht schnell wieder in Richtung normales Leben. Normal und hoffentlich schmerzfrei.
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Montag, 11. Juli 2022

Die Hüfte sitzt …


 … und ich zeige euch jetzt mein Innerstes🤣Nachdem ich mich gestern heftig über die Zustände hier beklagt habe, kam eben Chef persönlich. Natürlich wurde alles relativiert, so schlimm ist es schließlich auch nicht, wenn man mal 24 Stunden im durchgeschwitzten OPHemd, ungewaschen und mit ungeputzen Zähnen verbringt. Man hat auch noch nie davon gehört, dass jemand nach 36 Stunden tot umgefallen wäre, weil das Abendessen ausgefallen und das Frühstück nach 9 noch nicht da war. Alles schick, kein Grund zur Aufregung. Auch das Bild vom Stehkäse mit der traurigen halben Tomate hat ihn nicht erschüttert, vielleicht sieht das bei ihm zu Hause ja auch so aus🤣🤣 Wie auch immer, er hat sich auf seine Kernkompetenz besonnen, und mir das Röntgenbild meiner niegelnagelneuen Hüfte mitgebracht und versichert, dass alles bestens sei. So wenig Blut sei geflossen; man habe nicht einmal eine Drainage gebraucht. Dass jetzt alles bretthart und heiß ist, liegt am Bluterguss, da könne man nur kühlen und abwarten. Wird bald wieder! Glaube ich ihm, denn ich komme tatsächlich jedes Mal etwas besser aus dem Bett. Zum Abendessen hatte ich ein Bier bestellt - alkoholfrei natürlich. Es war nicht da, nur ein Teebeutel; gänzlich unverpackt, lag auf dem Tablett. „Ein Bier wollen Sie, ja, Moment.“ Zehn Minuten später kam er mit einer Flasche Malzbier an, drehte auf mein Kopfschütteln wieder um und brachte schließlich ein Pils. Zimmertemperatur, locker 25 Grad🙈






Sonntag, 10. Juli 2022

Eingecheckt, operiert und leicht frustriert


 Die Nacht war nicht so prickelnd und an Schlaf gar nicht zu denken. Katze Maya hat alles gegeben, mich zu beruhigen, und das sogar zeitweise geschafft. Wer nie so eine schnurrende, warme, weiche Katze erlebt hat, die sich ganz eng ankuschelt und laut schnurrt, der hat einfach was verpasst im Leben. Das letzte Mal bewusst auf die Uhr geguckt habe ich um 04.15 und um 05.00 hat mich dann der Wecker aus dem Schlaf gerissen. Hund Sam hat etwas irritiert geguckt, aber weitergeschlafen. Mein Mann war ebenfalls wach und kurz darauf fuhren wir schon auf der Autobahn. Wir haben uns vor der Tür des Krankenhauses verabschiedet und ich mich aufgemacht, meine Station zu suchen. Kaum gefunden, wurde ich wieder woanders hingeschickt, weil durch coronabedingten Personalmangel alles anders sei. Wieder hieß es warten, dann wurde ein erneuter Abstrich gemacht, Blutdruck und Fieber gemessen, ich bekam das schicke OP - Held samt Papierschlüppi und man teilte mir mit, dass die OP wohl gegen 10 sei. Es war zwanzig vor 7🥴🥴 Also bin ich wieder hoch in mein - echt schönes Zimmer mit einem luxuriösen Bad - gefahren und habe erst mal meinen Koffer ausgepackt - sehr zum Ärger der Raumpflegerin. Mein Hinweis, dass das Zimmer blitzsauber sei, beantwortete sie kurz: Egal, muss ich trotzdem putzen🥴Kurz vor 10 wurde ich dann durch die Schleuse in den OP Bereich gehoben und durch einen sehr langen, sehr kalten Gang gefahren. Dort gab’s das schicke grüne Mützchen und diesen einen Anästhesisten, der nie die Vene findet. Dreimal vergeblich. Ich wäre verdammt gerne wieder gegangen. Das Letzte woran ich mich erinnern kann, ich bekam den Single Shot und eine Sauerstoffmaske und danach : kompletter Filmriss. Auch an den Aufwachraum habe ich seltsamerweise überhaupt keine Erinnerung mehr. Erst in meinem Zimmer bin ich wieder einigermaßen zu mir gekommen, habe aber fast den ganzen Tag und auch die ganze Nacht verschlafen. So müde war ich nach einer Operation noch nie. Keine Ahnung woran das liegt, vielleicht am Narkosemittel. Ein plötzlich einsetzender, sehr heftiger Schmerz im operierten Bein, weckte mich auf. Es fühlte sich an, als würde mein gesamter Oberschenkel in Flammen stehen. Der herbei gerufene Arzt stellte fest, dass der Verband viel zu stramm gewickelt war und begab sich daran, ihn mittels einer Schere aufzuschneiden. Danach wurds  besser. Nicht besser wurde hingegen die Tatsache, dass mein Bein etwa doppelt so dick wie normal aussah, und steinhart war. Von der Beweglichkeit alle Eisenbahnschienen.

Die ersehnte Physiotherapie beziehungsweise Lymph- Drainage fand natürlich nicht statt, da Wochenende. Immerhin half mir eine Schwester auf die Bettkante und zeigte mir, wie das mit den Krücken funktionieren soll. Kaum wieder zurück im Bett, und fix und fertig, tauchte ein Pfleger mit einem Rollstuhl auf. Röntgen war angesagt. Klingt einfacher als es ist. Allein das Umsteigen aus dem Stuhl auf die Röntgenliege, war ein Kraftakt voller Schmerzen. Bis ich wieder zurück in meinem Rollstuhl saß, war ich buchstäblich schweißgebadet. Ich trug auch noch immer mein OP Hemd, war weder gewaschen, noch hatte mir irgendjemand mal eine Zahnbürste gereicht -nach mehr als 24 Stunden. Ich lag noch nicht ganz wieder im Bett, kam ein anderer Pfleger mit einem anderen Rollstuhl. Erneutes Röntgen sei angesagt, da man bei meiner Aufnahme das Röntgen der Lunge vergessen habe. The Same Procedure again. Wieder die Odyssee durch das ganze Krankenhaus, dass man vor Aufnahme keine Stunde zu früh betreten darf, wegen der erhöhten Infektionsgefahr. Die Röntgenassistentin guckte irritiert, schüttelte den Kopf und erklärte, man habe sich wohl im Namen vertan, ich würde nicht erwartet. Auf mein Kopf schütteln reagierte sie unwirsch, wurde sogar ausgesprochen unfreundlich. Sei ein Fehler, könnte schließlich vorkommen, da bräuchte ich nicht mit dem Kopf zu schütteln. Das Wort Entschuldigung fiel ihr wohl grad nicht ein. Der Rest vom Wochenende verlief vollkommen ereignislos, ich bekomme Tabletten, die mich müde machen, gegen die Schmerzen allerdings überhaupt nichts ausrichten. Dafür ist das Essen schlecht und hat mit einer Privatstation wirklich überhaupt nichts zu tun. Dafür sind allerdings die Pfleger und Pflegerinnen ebenso jung wie freundlich. Man darf gespannt sein, wie es nun am morgigen Montag hier weitergeht.

Donnerstag, 7. Juli 2022

Eine Trennung steht bevor - und mir wird langsam sehr mulmig


 Der Countdown läuft - unerbittlich. Der letzte Tag vor X ist angebrochen. Ich habe kaum geschlafen und wenn, wirres Zeug geträumt.

Hund und Katze, mit ihren feinen Antennen, wissen natürlich längst, dass etwas in der Luft liegt und reagieren darauf. Hund Sam lässt mich nicht aus den Augen und Katze Maya scheint auf mir festgeklebt zu sein. Sie arbeitet mit lautem Schnurren gegen ihr  und mein Unbehagen an. Um die Beiden mache ich mir überhaupt die meisten Sorgen, vier Wochen ohne mich … wie sollen sie das verstehen, wie kann man ihnen klarmachen, dass ich wiederkomme - hoffentlich🙈Klar, mein Mann ist da, er kümmert sich, aber er ist nicht so wirklich ein Katzenfan und wird Mayas Schmusesucht sicherlich nicht bedienen. Außerdem verfolgt mich der Gedanke: Was, wenn ihm auch etwas passiert? Was Schlimmes? Was dann? Tochter liegt mit Corona flach und Hund Sam und Katze Maya mögen keine Fremden, überhaupt nicht, ganz und gar nicht. Ich muss aufhören mit diesen schwarzen Gedanken, die führen zu nichts, außer zu noch mehr Panik. Als Autorin lebe ich zwar von meiner Fantasie, im Moment ist sie allerdings sehr hinderlich. 

Die letzten Sachen sind im Koffer, in dem, den ich mit ins Krankenhaus nehme, der für die Reha steht gepackt parat. Überhaupt, die Anschlussheilbehandlungen, kurz ReHa genannt ... Noch steht nicht fest, ob es da, wo ich hin möchte, klappt. Das entscheidet sich erst einen Tag vor der Entlassung. Auch möglich, dass ich erst noch mal nach Hause gefahren werde ... nichts ist wirklich klar, hängt vom Kostenträger ab. In meinem Fall von der Krankenkasse. 

Ich kann nicht mehr viel tue, nur noch warten. Gegen 16 Uhr erfahre ich, ob und wann die OP morgen stattfindet. Ob, das hängt von den Untersuchungsergebnissen ab, vor allen Dingen wohl vom PCR Test. Postiv - nix OP, ist klar, oder? Vielleicht sollte ich noch schnell meine Tochter besuchen? Nein, Unsinn, mache ich natürlich nicht. Na ja und wann, könnte auch noch ein Problem werden. Viele müssen um sieben da sein ... vielleicht hören wir den Wecker nicht, das Auto springt nicht an, einer fällt die Treppe runter, wir geraten in einen endlosen Stau ... Nein! Wird alles nicht passieren, ist nur meine Fantasie.

Aber wisst ihr was? Wüsste ich nicht, was meine Leber die nächsten Tage und Wochen so alles wegstecken muss, dann würde ich mir heute die Kante geben, das steht mal fest. So muss ich das alles nüchtern ertragen.


Mittwoch, 6. Juli 2022

Eine Trennung steht bevor ... Teil 3 Mein Hund wird mich vermissen ...

 Der Tag der Vorbereitung ist angebrochen  und besteht aus Warten. Warten vor der Anmeldung, warten vor der Blutabnahme, warten auf die diversen Ärzte.

Unmengen an Unterschriften, man hat keine Zeit zu lesen, ob da vielleicht ein Kreditantrag oder ein Bausparvertrag dazwischen geschoben wurde. Ich habe jedenfalls keine Ahnung, was ich da alles unterschrieben habe, ehrlich. Dann weiter zum EKG, zur Blutabnahme und zum Coronatest, zurück ins Wartezimmer. Gespräch mit dem Oberarzt, der noch mal alles abfragt, was ich vorher schon schriftlich erklärt hatte. Erkrankungen? Operationen? Komplikationen, familiäre Erkrankungen? Allergien? Dass ich ab 02.00  nichts mehr essen darf, warum ich aber viel Wasser trinken soll. Das Runterrasseln der möglichen Probleme durch eine Narkose. Er erzählt eine Geschichte, die ich nur brockenweise verstehe. Dialekt, Maske und Trennscheibe sind eine Herausforderung für mein Gehör. „Haben Sie Angst?“

„Ja und wie!“ 

„Warum, die Ärzte machen das hier öfter. Brauchen Sie ein Tablettchen vorher?“

 „Jaaaa, unbedingt!“ 

„Ach  Gottchen, sind Sie ein Sensibelchen?“

„Nein, aber nach zahllosen Operationen und endlosen Schmerzen, langsam mürbe.“ 

„Na okay, kriegen Sie. So, wir sind hier fertig, gehen Sie jetzt zurück ins Wartezimmer, ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute.“

Eineinhalb Stunden später geht’s zum Orthopäden.„Wie war Ihr Name? Was soll gemacht werden? Aha! Gibt es in Ihrer Familie Erkrankungen…“

„Entschuldigung, aber das alles habe ich doch schon schriftlich angegeben und der Anästhesist hat es auch noch mal abgefragt. Könnten Sie das nicht einfach von dort abrufen?“

„ Nein, tut mir leid, aber ich muss Sie das alles noch mal fragen, also: Operationen …“

Ich rassele runter, was ich mittlerweile auswendig kann, er ist beeindruckt.

 „Dann erzähle ich Ihnen jetzt was über die möglichen Nebenwirkungen ...“

„Danke, die kenne ich auch, sollte ich eine vergessen, ergänzen Sie es einfach.“ Ich zähle auf, was ich auf die Schnelle zusammenbekomme: Infektion, entweder während der OP oder postoperativ, unvorhersehbare Blutungen, die eine Transfusion nötig machen, Thrombose, Lungenentzündung oder Lungenödem …“

„Gut, ich sehe schon, Sie haben da Erfahrung. Wegen Ihrer postoperativen Thrombose vor zwei Jahren, müssen Sie für 35 Tage Thrombosespritzen bekommen. Nach einer Weile geht das aber auch mit Tabletten … sonst noch Fragen?“

„Ich bin etwas nervös, habe wirklich lange, richtig heftige Schmerzen und möchte sicher sein, dass postoperativ ein gutes Schmerzmanagement vorgesehen ist.“ Verspricht der nette Mensch mir. „Alles, was Sie wollen, bei uns muss keiner Schmerzen haben. Einfach klingeln!“

Das war’s. Ich fühle mich etwas besser, nicht gut, aber etwas besser. Morgen erfahre ich dann, wann die OP angesetzt ist. Ich hoffe, nicht allzu früh, denn ich muss ja anreisen, vorher die Hunde rauslassen, duschen, anziehen, etc. Es wird stressig!














Montag, 4. Juli 2022

Eine Trennung steht bevor …2 Ich glaub´, es hackt

 Man macht sich ja keine Gedanken, was man so alles braucht, wenn man plötzlich vier Wochen keine Waschmaschine zur Verfügung  hat, sich keine Schuhe binden darf und die Hände nicht mehr freihat, weil man an Krücken laufen muss. Lieber Himmel, mein Kopf ist voll, mein Konto leer. Ich habe mir tatsächlich 16 T-Shirts, 12 Paar Sneaker Socken, ein Dutzend Slips in einer Nummer größer und diverse BH‘s gekauft. Dazu „Hängerchen“ fürs Krankenhaus, damit ich mich anfangs nicht in enge Leggins quälen muss, Schlafzeug für warme und Schlafzeug für nicht so warme Nächte, sowie zwei Paar Schuhe mit Schnellschnürung. Bücken ist ja nicht, wie schon erwähnt, aber für den Notfall habe ich heute noch einen überlangen Schuhanzieher gekauft, der zwar nicht in den Koffer passt, aber angeblich hilfreich sein soll, und eine Greifzange erstanden

Nun habe ich zwei Koffer packen müssen, einen fürs Krankenhaus, einen für die direkt anschließende Reha. Was packt man in den einen, was in den anderen? Boh nee, es wird echt höchste Zeit, dass der Tag der Tage kommt, bevor ich völlig wuschig werde. M
orgen ist Vorgespräch, vielleicht erzählen sie mir da auch noch mal, was ich alles noch nicht gekauft habe👍Kauft ihr bis dahin bitte weiterhin meine Bücher, ich brauche zumindest ein paar Lichtblicke in meinem augenblicklichen Elend🙈

Sonntag, 3. Juli 2022

Eine Trennung steht bevor…die von meiner rechten Hüfte



 …. und was macht eine Autorin, wenn ihr so ein, selten erfreuliches, Ereignis bevorsteht? Richtig, sie schreibt es sich von der Seele. Wie man ja weiß, sind Trennungen oft mit Schmerz und Tränen verbunden und ich heule jetzt halt mal öffentlich. Ich trenne mich am Freitag, dem 8. Juli von meinem angeborenen rechten Hüftgelenk. Wir haben viele Jahrzehnte zusammengehalten wie Pech und Schwefel, waren nie voreinander getrennt, sind jeden Schritt zusammengegangen, so manchen in die falsche Richtung, aber im letzten Jahr war unser Zusammenleben nur noch Qual. Darum habe ich beschlossen, dass wir uns trennen müssen. Besser spät, als nie! Wie das im Leben manchmal so ist, habe ich nämlich schon eine neue im Auge🤣 eine nagelneue, eine aus Keramik. Die zieht nun am 8. Juli bei mir ein und ersetzt die alte. Ein nahtloser Austausch sozusagen, auch wenn ich wirklich nicht behaupten kann, dass mir diese Trennung leicht fiele, ganz im Gegenteil. Ich sehe ihr mit großer Angst und Sorge entgegen. Ich bin mir nämlich ganz sicher, dass der Trennungsschmerz lange anhalten und erst langsam von einem Gefühl der Befreiung abgelöst werden wird. Bestenfalls, denn möglicherweise komme ich über ihren Verlust nie so wirklich hinweg. Das muss die Zeit zeigen. Da Schreiben für Autoren oft die beste Medizin gegen Leid und Schmerz ist, werde ich wohl kaum die Hände in den Schoß legen, sondern in jeder freien Minute fleißig in die Tasten hauen. Aber, bis ich so weit bin, fließt schon noch ein bisschen Wasser den Rhein runter. Am Mittwoch, also übermorgen, bespreche ich jetzt zuerst mal mit den Experten, wie man mir die Trennung von meiner Hüfte möglichst leicht machen kann🥴Zum Glück ist die Zeit der Whiskey oder Holzhammerbetäubung vorbei, heute heißt das Zauberwort Vollnarkose. Kenne ich schon, hatte dieses Jahr bereits zwei. Wird so langsam zur Gewohnheit. Wie es danach weitergeht? Keine Ahnung, muss ich wohl abwarten, ich werde berichten, sobald ich wieder geradeaus gucken kann. Vielleicht hilft das dem einen oder anderen, der diesen Schritt noch vor sich hat.

Was du gesehen hast …

  Was du gesehen hast ist kein Krimi und auch kein Thriller und schon gar kein Herz/Schmerz - Kitschroman. Es ist die wahre Geschichte eines...